Yoga: Das musst du über Yoga wissen

Yoga: das musst du über Yoga wissen

Über 5 Millionen Menschen in Deutschland praktizieren Yoga! Die große Beliebtheit ist sicher nicht grundlos. Was hat es also auf sich mit Sonnengruß & Co.? Was ist Yoga eigentlich, welche positiven Effekte hat Yoga auf die Gesundheit, welche Yogastile gibt es und welche Yogaart eignet sich für Anfänger? Wir geben dir einen Überblick. 

Was ist Yoga?

Yoga (aus dem Sanskrit: Vereinigung, Integration, Anspannen) ist eine mehr als zweitausend Jahre alte philosophische Lehre aus Indien. Yoga verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Körper, Geist und Seele ins Gleichgewicht gebracht werden sollen. Um das zu erreichen, werden Atemübungen (Pranayama), Körperübungen (Asanas) und Meditation miteinander kombiniert. Dadurch kannst du bei regelmäßiger Praxis mehr Wohlbefinden und Ausgeglichenheit erreichen – körperlich wie mental.

Yoga kann sehr ruhig und meditativ sein – aber genauso auch dynamisch und kraftvoll. Auch wenn Yoga kein Sport im klassischen Sinne ist, sind einige Yogastile ähnlich fordernd wie ein Workout. Die Motivation der meisten Praktizierenden ist jedoch nicht der sportliche Aspekt, sondern die Stärkung von Körper, Geist und Seele gleichermaßen. Letztendlich ist Yoga aber immer individuell – deine Yogapraxis ist das, was du daraus machst.

Sind Yoga und Meditation das Gleiche?

Die meisten Yogaeinheiten beginnen und / oder enden mit einer Meditation. Meditation ist also oft Teil der Yogapraxis, aber Yoga und Meditation sind nicht das Gleiche. Bei der klassischen Meditation konzentrierst du dich in der Stille auf deinen Atem. So kannst du deinen Geist und deine Gedanken beruhigen, dich auf die Yogastunde einstimmen oder am Ende zur Ruhe kommen und nachspüren.

Ob du den Fokus eher auf Körperübungen oder Meditation legst, liegt ganz bei dir. Keines von beiden ist besser oder wichtiger. Beim Yoga ist alles erlaubt, was dir gut tut.

Yoga-Grundlagen: Für was ist Yoga alles gut?

Als ganzheitliche Praxis ist Yoga für Körper, Geist und Seele gleichermaßen förderlich. Yoga sorgt für bessere Beweglichkeit, stärkt die Muskulatur und beugt Schmerzen vor. Entspannungstechniken und Meditation reduzieren Stress und verbessern das allgemeine Wohlbefinden.

Körperliche und gesundheitliche Vorteile von Yoga:

  • Yoga für mehr Beweglichkeit: Stärkung von (Muskel-)Kraft, Bändern und Sehnen, Verbesserung von Flexibilität, Gleichgewicht und Koordination
  • Linderung chronischer Schmerzen wie Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen
  • verbesserte Durchblutung und Anregung des Lymphflusses
  • bessere Körperhaltung und Schmerzreduktion durch Stärkung der Rückenmuskulatur
  • Yoga bringt den Kreislauf in Schwung und ist gut für das Herz-Kreislauf-System

Positive Wirkung von Yoga
Yoga hat viele positive Auswirkungen auf deine körperliche und geistige Gesundheit.


Positive Auswirkungen von Yoga auf die Psyche:

  • unterstützend bei psychischen Beschwerden wie Ängsten oder Depressionen
  • Stressreduktion
  • Selbstreflexion und positivere Einstellung sich selbst, anderen und dem Leben gegenüber
  • Linderung von Schlafstörungen
  • mehr Energie und Ausgeglichenheit

Yoga kann auch gezielt eingesetzt werden, hier ein paar Beispiele:

Yoga gegen Übergewicht

Yoga ist eine sanfte Möglichkeit, in Bewegung zu kommen. Durch die unterschiedlichen Yogastile und Intensitätsstufen kann jeder in seinem Level einsteigen und sich nach und nach steigern. Zusammen mit einer Ernährungsumstellung kann eine regelmäßige Yogapraxis bei der Gewichtsreduktion helfen.

 Yoga gegen Depressionen

Mehrere Studien*  sind inzwischen zu dem Ergebnis gekommen, dass Yoga die Symptome von Depressionen lindern kann. Dabei wurde festgestellt: je häufiger, desto besser. Bei zwei Yogaeinheiten pro Woche konnte man eine deutliche Verbesserung der depressiven Symptome nach zwei Monaten feststellen. Wichtig: Yoga ist kein Ersatz für eine Psychotherapie, sondern eine begleitende Maßnahme.

Yoga gegen Schwangerschaftsbeschwerden

Yoga in der Schwangerschaft ist eine super Möglichkeit, um auch in dieser besonderen Zeit fit zu bleiben. Bei typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Rückenschmerzen kann Yoga eine wahre Wohltat sein. Und auch mental kann Yoga dich in der Schwangerschaft und bei der Vorbereitung auf die Geburt unterstützen.


Yoga hilft bei Schwangerschaftsbeschwerden
Luisa Harisch praktiziert auch in ihrer Schwangerschaft regelmäßig Yoga.

Yoga gegen Migräne und Kopfschmerzen

Atemübungen, Meditation und Entspannung können insbesondere bei stressbedingten Kopfschmerzen erhebliche Linderung schaffen. Besonders ruhigere Yogaarten wie Yin Yoga können Migräne in Intensität und Häufigkeit positiv beeinflussen.

Yoga für Anfänger – dein Weg zum Yoga 

Jeder kann Yoga machen – ganz egal, in welchem Alter man anfängt oder wie fit man ist. Sogar für Kinder gibt es Yoga-Kurse. Für Yoga-Anfänger ist z. B. Hatha Yoga besonders gut geeignet. Beim Hatha Yoga gibt es viele statische Positionen, was zum Üben ideal ist. Durch verschiedene Schwierigkeitsstufen kannst du dich nach und nach steigern. Für den Anfang ist auf jeden Fall ein Kurs unter Anleitung ratsam. Wenn du ein bis zwei Yogastunden pro Woche absolvierst, wirst du sicher schon nach einigen Wochen die ersten Effekte im Alltag bemerken. Und das wohlige, entspannte Gefühl während der Stunde und direkt danach stellt sich meistens schon sehr schnell ein.

Yoga-Kurse: gemeinsam oder allein?

Als Anfänger kannst du in Yoga-Kursen die Grundlagen lernen und Fragen stellen. Die richtige Ausführung der Asanas ist enorm wichtig, denn Fehlhaltungen können zu Schmerzen oder sogar Verletzungen führen. Den Asanas  haben wir übrigens einen ganzen Artikel gewidmet.

Ein guter Yogalehrer wird dir Bewegungen und Haltungen genau erklären, dich bei der Ausführung unterstützen, nach körperlichen Einschränkungen fragen und erklären, welche Bedeutungen die einzelnen Übungen haben. Viele Yogaschulen haben einen Fokus auf bestimmte Yogastile, andere bieten einen bunten Mix an. Falls du schon weißt, welche Yogaart du ausprobieren möchtest, kannst du gezielt danach suchen. Falls nicht, wird eine gute Yogaschule dich dazu immer gern beraten und bietet oft eine gratis Probestunde an. Achte auch darauf, ob die Chemie zwischen Yogalehrer und dir stimmt. Neben Gruppenkursen gibt es auch die Möglichkeit, Einzelstunden zu buchen.

Inzwischen gibt es auch eine große Auswahl an Online-Yogakursen. Falls du die Yoga-Grundlagen schon kannst, ist das eine tolle Alternative, die du von überall aus machen kannst.

Als geübter Yogi kannst du natürlich auch allein praktizieren – sowohl zusätzlich zum Kurs als auch ausschließlich. Ob Zuhause, im Park oder am Strand – deine Matte kannst du (fast) überall ausrollen. Yoga draußen in der Natur hat eine besonders intensive Wirkung.

Eine Yogastunde dauert 60-90 Minuten und besteht aus:

  • Aufwärmphase (z. B. Atemübungen, Meditation, Mantren)
  • Haupt- oder Praxisteil mit Asanas
  • ruhiger Abschlussteil, meistens mit Schlussentspannung (Shavasana)
Yoga in der Gruppe
Ob du lieber allein oder in einer Gruppe Yoga machst, ist deine individuelle Entscheidung.

Yoga-Zubehör: Das brauchst du für das perfekte Yoga-Workout 

Zur Grundausstattung beim Yoga gehört passende Yoga-Kleidung und eine Yogamatte. Optional kannst du einen Yogaklotz, einen Gurt oder ein Meditationskissen benutzen. Yoga-Kleidung sollte atmungsaktiv und bequem sein und gut sitzen, damit du dich problemlos bewegen kannst. Wir empfehlen eher eng anliegende Kleidung, damit auch überkopf alles an seinem Platz bleibt.

Yoga-Kleidung für Frauen: Mit unseren nachhaltigen, stylischen Yoga-Leggings kombiniert mit einem Top oder Sport-BH bist du bestens ausgestattet. 

Yoga-Kleidung für Männer: Yoga wird auch bei Männern immer beliebter – hier findest du unsere funktionale, nachhaltige Yoga-Kleidung für Männer.

Yoga wird grundsätzlich barfuß praktiziert, Schuhe brauchst du also nicht. Falls du schnell frierst, kannst du Socken tragen. Wenn möglich, ist barfuß immer die erste Wahl – für gute Balance und einen sicheren Stand.

Yogamatte – ja oder nein? Klar kannst du Yoga einfach überall praktizieren. Eine gute Yogamatte sorgt aber für besseren Halt und Balance. Das Ausrollen der Yogamatte kann auch einen psychologischen Effekt haben und den Beginn deiner Yogapraxis symbolisieren. 

Die perfekte Kleidung für Yoga
Bequeme Kleidung ist eine wichtige Voraussetzung damit du deine Yogastunde genießen kannst.

Ein Überblick über die verschiedenen Yogaarten 

Hatha, Vinyasa, Kundalini – was heißt das und welche Yogaart ist die richtige für mich? Unser Überblick über die bekanntesten Yogaarten gibt dir eine Entscheidungshilfe.

Hatha Yoga

Hatha Yoga ist der bekannteste Yogastil. Beim Hatha Yoga stehen die Asanas, also körperliche Übungen, im Vordergrund. Weil diese meistens für einige Zeit statisch gehalten werden, eignet sich Hatha Yoga besonders gut für Yoga-Anfänger. Noch mehr Infos zu Hatha Yoga findest du in diesem Artikel.

Vinyasa Yoga

Beim Vinyasa Yoga steht der Flow im Mittelpunkt – also ein dynamischer, fließender Übergang zwischen den Asanas im Einklang mit der Atmung. Der bekannteste Flow ist der Sonnengruß. Ein Vinyasa Flow kann ganz schön schweißtreibend sein, es gibt aber auch geeignete Kurse für Einsteiger.

Kundalini Yoga

Kundalini Yoga hat einen großen Fokus auf Mantren, Chakren, Pranayama und Meditation. Manche Kurse kommen sogar ganz ohne Asanas aus. Beim Kundalini geht es darum, auf mentaler Ebene in deine ganze Kraft zu kommen und dich selbst besser kennenzulernen.

Ashtanga Yoga

Ashtanga Yoga ist im Prinzip ein Vinyasa Flow. Mit dem Unterschied, dass die Übungen und ihre Abfolge exakt festgelegt und immer gleich sind. Wenn du körperliche und geistige Herausforderung suchst und bereit bist, längere Zeit regelmäßig zu üben, könnte Ashtanga Yoga etwas für dich sein.

Yin Yoga

Yin Yoga ist ein langsamer, ruhiger Yogastil. Die meisten Übungen finden im Sitzen oder Liegen statt. Das Besondere: Die einzelnen Positionen werden mehrere Minuten lang gehalten. Dadurch wird der Körper intensiv gedehnt, insbesondere das Bindegewebe und die Faszien.

Eine kurze Geschichte des Yoga

Yoga ist keine Religion, sondern eine altindische Philosophie. Erste Hinweise finden sich bereits 700 v. Chr. Ursprünglich war Yoga rein spirituell: Das Ziel von Yoga war, durch Meditation zur Erleuchtung zu finden. Die Asanas entstanden erst später. Sie hatten anfangs den Zweck, den Körper zu befähigen, möglichst lange in einer Meditationshaltung verweilen zu können. Da man im Laufe der Jahrhunderte die positiven Auswirkungen auf das gesamte Wohlbefinden erkannte, wurden die Asanas immer weiter entwickelt und nehmen heute einen hohen Stellenwert im Yoga ein. Im 19. Jahrhundert wurde Yoga auch bei uns immer bekannter und beliebter. Großen Einfluss darauf hatte die Hathapradipika – eine Schrift über Hatha Yoga aus dem 14. Jahrhundert, die schon früh in andere Sprachen übersetzt wurde

Heute ist Yoga auf der ganzen Welt verbreitet, es gibt schätzungsweise 300 Millionen Praktizierende! Die Beliebtheit von Yoga ist absolut berechtigt, finden wir. Die Vielfältigkeit sowie die positiven Auswirkungen auf Körper und Seele sind einfach einzigartig. Falls du bisher noch nie Yoga gemacht hast, freuen wir uns natürlich sehr, wenn unser Artikel dich inspiriert hat, es auszuprobieren!

 

* Quelle: https://www.apa.org/news/press/releases/2017/08/yoga-depression